AfD – Abmahnung vom KKK-Anwalt

Aussagen, John Hoewer (2.v.l.) habe Quarzsandhandschuhe getragen beziehen sich auf einen Videoausschnitt, Video: Vakuum

Im Nachgang der Verhinderung einer Veranstaltung der AfD-Hochschulgruppe „Campus Alternative“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) am 12. Januar 2017 1 überziehen Vertreter der AfD derzeit neben dem Studierendenrat der OvGU auch viele andere Personen mit Abmahnungen. Bemängelt wird unter anderem die Behauptung, der Fraktionsreferent John Hoewer 2, welcher bei der Veranstaltung als Schläger auftrat3, habe Quarzsandhanschuhe getragen4, aber auch die Aussage, der derzeitige Vorsitzende der Jungen Alternative Gebietsverband Magdeburg/Börde Luca Hart, sei früher Mitglied der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN), gewesen 5. Über Harts Verbindungen zur JN und der Identitären Bewegung hatte zuerst lsa-rechtsaussen berichtet 6. Videoaufnahmen dokumentieren, wie sich Hart und dessen Stellvertreter Mathias Arend am Rande der Veranstaltung mit Ingo Zimmermann, dem Landesvorsitzenden der Partei Die Rechte, austauschen 7. Zimmermann besuchte die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Parteikameraden und früheren JN-Mitglied Maik Range 8.

Ingo Zimmermann (2,v.l), Luca Hart (2.v.r.) und Mathias Arend im Umfeld der Veranstaltung der Campus-Alternative in Magdeburg. Foto: Vakuum

Fragen wirft nun vor allem der von Hoewer und Hart beauftragte Rechtsanwalt Matthias Brauer auf. Dieser arbeitet für die Kanzlei des mecklenburgischen AfD-Landtagsabgeordneten Enrico Komning und ist selbst Alter Herr der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ sowie der Burschenschaft „Dresdensia-Rugia Gießen“. Brauer war unter anderem, wie auch John Hoewer, Verbandsobmann für Nachwuchswerbung und Sport des extrem rechten Dachverbands Deutsche Burschenschaft. Laut Berichten wurde Brauer im Jahr 2007 bei der Burschenschaft Marchia Bonn ausgeschlossen, weil er „in deren Garten ein Holzkreuz aufgestellt und es unter lautstarkem „Hail White Power!“-Geschrei niedergebrannt habe – ein beim Ku Klux Klan durchaus üblicher Brauch.“ 9.

Im Jahr 2012 stand Brauer dann im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um den sogenannten „Arierparagraphen“ für Mitglieder der Deutschen Burschenschaft. Ein chinesischstämmiger Burschenschafter der „Hansea Mannheim“ kandidierte für Brauers Posten als Verbandsobmann für Nachwuchswerbung und Sport, woraufhin die Raczeks die Hansea aus der Deutschen Burschenschaft ausschließen wollten 10. In dieser Zeit zeichnete sich Brauer auch für eine in den Burschenschaftlichen Blättern veröffentlichte „Erklärung zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff“ verantwortlich (siehe Abbildung) 11

Erklärung in den Burschenschaftlichen Blättern 2/2011

Auch die Burschenschaft „Dresdensia-Rugia Gießen“ macht immer wieder durch neonazistische Umtriebe auf sich aufmerksam und wurde jahrelang durch den hessischen Verfassungsschutz beobachtet. Alte Herren der Burschenschaft sind etwa Jürgen Gansel und Arne Schimmer – Beide waren Landtagsabgeordnete der NPD in Sachsen12.

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